Fakten zum Angeln

Veröffentlicht am 01.05.2017 in Aktuelles

Im Angelstreit bleibt die Wahrheit auf der Strecke

Es ist mir wichtig, den Dorschbestand zu schonen. Eine wissenschaftliche Studie belegt, dass die Freizeitfischer ähnlich viel Dorsch aus der Ostsee fischen wie die Berufsfischer. Deshalb gehört es für mich dazu, dass sich alle Beteiligten vernünftig an einen Tisch setzen und mit den Verantwortlichen Lösungen finden.

Leider werden zwei Dinge in dieser Diskussion miteinander vermischt, die zwar parallel 2016 diskutiert wurden, aber nichts miteinander zu tun haben: einerseits geht es um die von Brüssel verfügte Beschränkung der Dorschquote für Fischer und Freizeitfischer (3 bzw. 5 Dorsche) aufgrund des dramatischen Dorschrückganges insbesondere in der westlichen Ostsee. Diese ist bereits in Kraft. 

Während andererseits die Angelverbotszone im FFH-Gebiet noch gar nicht negativ wirken kann, weil es die Verordnung erst ab Mai/Juni 2017 geben wird.

Die Einnahmerückgänge der Angelkutterbetriebe von bis zu 70 Prozent binnen 3 Monaten bis Ende März 2017 haben ihre Ursache allein in der von Brüssel in enger Abstimmung mit dem Berliner Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) verfügten Quotenbegrenzungen, weil es die Angelverbote noch gar nicht gibt.

Diese Quote war wegen des kompletten Ausfalls des Dorschnachwuchses im Jahr 2015 mit katastrophalen Folgewirkungen für den Ostsee-Dorschbestand der Zukunft nötig. Erstmalig seit vielen Jahren sind hier auch die Freizeitfischer von der Quotenregelung betroffen

Die erstmalige Beteiligung der Freizeitfischer, die im Ergebnis – wissenschaftlich gesichert (https://www.thuenen.de) – nahezu genau so viel Dorsch pro Jahr aus der Ostsee holen wie die Berufsfischer – ist deshalb aus meiner Sicht nachvollziehbar.

Das „Bag-Limit“ (Mitverantwortlich ist das Ministerium der Union) wirkt seit dem 01.01.2017 und trägt zum Umsatzrückgang der Angelkutter bei. Angelverbotszonen sind noch nicht beschlossen und können daher noch keine Wirkung beim Umsatzrückgang entfalten. Insofern sind Vorwürfe an die SPD wegen des Umsatzrückgangs der Angelkutter falsch.

Auch wenn kein Angelverbot in Kraft träte, wäre das „Bag-Limit“ weiter vorhanden. Und dafür ist das unionsgeführte Landwirtschaftsministerium mitverantwortlich, darum sind mir Schuldzuweisungen Richtung SPD unbegreiflich. Sie dienen ausschließlich wahlkampftaktischen Gründen.

Hinsichtlich der zu beschließenden Schutzzonen in der Ostsee ist anzumerken, dass sich die Landesregierung in Kiel von Beginn an gegen ein dortiges Angelverbot ausgesprochen hat. Richtig ist aber auch, dass die Landesregierung hier keinen Einfluss hat, da diese Verordnungen in Berlin erlassen werden.

Mein Gegenkandidat der CDU behauptet hier zwar anderes, liegt aber erneut, wie bei den Zahlen zur Polizei und bei den Gesetzen zu den Krankenhäusern, falsch. Die Vorwürfe, dass sich die Landesregierung im vorauseilenden Gehorsam der EU unterordnet ist falsch und lediglich Wahlkampfgetöse der CDU.

 

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